Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen /

friedensgutachten

2026 /

Stellungnahme

Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen /

Die Weltordnung zerfällt. Der Krieg ist wieder auf der Tagesordnung der internationalen Politik, und mit ihm tritt auch ein neuer Gewaltakteur auf: Der staatliche Warlord, der Gewalt einsetzt und androht, um Macht- und Profitinteressen durchzusetzen. Die neuen Warlords, maßgeblich Autokratien oder Staaten im demokratischen Niedergang, profitieren von der Schwäche existierender Regeln und Institutionen und verschärfen sie. Ihre Entfesselung militärischer Gewalt muss gestoppt werden, um den endgültigen Zerfall der Weltordnung und ihrer Regelwerke aufzuhalten.

Dr. Claudia Baumgart-Ochse
Prof. Dr. Christopher Daase
Prof. Dr. Tobias Debiel
Prof. Dr. Nicole Deitelhoff
Prof. Dr. Conrad Schetter
Prof. Dr. Ursula Schröder

F

Fokus

Friedensübergänge /

Frieden ist mehr als ein „Deal“ oder ein Waffenstillstand. Vielmehr ist der Weg vom Krieg zum nachhaltigen Frieden steinig. Erfolg ist an verlässliche Sicherheitsgarantien gebunden. Territoriale Regelungen müssen völkerrechtskonform sein. Sanktionen sollten nur schrittweise aufgehoben werden. Der Umgang mit (früheren) Kämpfer:innen und die Reform des Sicherheitssektors müssen frühzeitig Verhandlungsgegenstand sein. Prioritätensetzungen beim Wiederaufbau sind gleichermaßen notwendig wie schmerzhaft.

Koordination
Prof. Dr. Tobias Debiel
Prof. Dr. Conrad Schetter
Dr. Claudia Baumgart-Ochse
Milena Berks
Dr. Claudia Breitung
Prof. Dr. Christopher Daase
Dr. Osman Bahadır Dinçer
Dr. Anton Peez
Dr. Mikhail Polianskii
Prof. Dr. Pierre Thielbörger

Bewaffnete Konflikte

Die Golfstaaten zwischen Krieg und Frieden /

Das weltweite Konfliktgeschehen fordert vor allem in der Ukraine, in Gaza und im Sudan Zehntausende Tode. Zudem wird durch die Angriffe der USA und Israels auf den Iran, die gewaltsame Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro durch die USA und Trumps Forderung nach der Annexion Grönlands das Völkerrecht untergraben. Immer deutlicher wird, dass Staaten wie Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate oder Katar in den Gewaltkonflikten im Nahen Osten und am Horn von Afrika als konkurrierende Mittelmächte auftreten.

Koordination
Prof. Dr. Conrad Schetter
Marius Bales
PhD Yvan Guichaoua
Mathilda Rauh
Lars Wirkus
Dr. Marc von Boemcken

Nachhaltiger Frieden

Reset der EZ?! Entwicklungs­zusammen­arbeit als Schlüssel zu nachhaltigem Frieden /

Die internationale Entwicklungszusammenarbeit (EZ) befindet sich im Umbruch: Nach Jahren mit Mittelaufwuchs sind drastische Kürzungen absehbar, insbesondere in der humanitären Hilfe. Zugleich wächst das Aufgabenportfolio (Klima, Migration). Angesichts geopolitischen Wandels wird die EZ stärker sicherheitspolitisch gerahmt und steht unter starkem innenpolitischen Legitimationsdruck. Welche Rolle bleibt dem globalen EZ-System? Und gerät der Frieden dabei – noch weiter – ins Hintertreffen?

Koordination
Prof. Dr. Johannes Vüllers
Dr. Carmen Wunderlich
Milena Berks
Dr. Claudia Breitung
Prof. Dr. Christof Hartmann
Dr. Teresa Hummler
Lucas Kori Leonhard
Marie Müller-Koné
Prof. Dr. Dr. Nele Noesselt
Carolin Rosenberg
Dr. Cornelia Ulbert

Rüstungsdynamiken

Risiken und Chancen neuer Technologien /

Neue Technologien bieten enorme Chancen, bergen zugleich aber erhebliche Risiken für Frieden und Sicherheit. Die Dual-Use-Problematik macht deutlich, dass zivile technologische Entwicklungen auch militärische Verwendungen haben können und vor Missbrauch geschützt werden müssen. Eine zukunftsfähige Regulierung muss kooperativ, vorausschauend und anpassungsfähig sein – und die Balance zwischen Freiheit der Forschung, Dynamik der Wirtschaft und internationaler Sicherheit neu austarieren.

Koordination
Prof. Dr. Christopher Daase
Dr. Caroline Fehl
Prof. Dr. Malte Göttsche
Dr. Una Jakob
Dr. Timur Kadyshev
Dr. Sarah McKee
Dr. Thomas Reinhold
Dr. Kadri Reis
Dr. Matthias Schulze
Dr. Niklas Schörnig
Liska Suckau
Dr. Mateusz Łabuz

Institutionelle Friedenssicherung

Reform oder Abstieg: Die Vereinten Nationen am Scheideweg /

Die Vereinten Nationen (VN) durchleben eine historisch kritische Phase, da eine neue Ära der Großmachtrivalität ihre Autorität untergräbt. Durch das Vetorecht der Großmächte in Konflikten wie in der Ukraine und in Gaza lahm gelegt, verkümmert der Sicherheitsrat zur Echokammer internationaler Krisen. Gleichzeitig bedrohen die massiven Finanzkürzungen und die Schaffung alter nativer politischer Foren durch die Trump Regierung das Kernmandat der VN, den Weltfrieden zu sichern.

Koordination
Dr. Xinyu Yuan
Dr. Felix Bethke
Dr. Sascha Hach
Dr. Stefan Kroll
Lucas Kori Leonhard
Myriel Julie Mathez
Frederik Schissler
Dr. Johanna Speyer

Gesellschaftlicher Frieden

Anti­muslimischer Rassismus in Deutschland /

Antimuslimischer Rassismus (AMR) ist Teil eines breiteren Spektrums an Rassismen und gewinnt als Problem auch in Deutschland an Bedeutung. Er ist durch eine Sicherheits- und Verdachtslogik geprägt, die im Zuge des war on terror entwickelt und auf als muslimisch identifizierte Menschen angewandt wurde. Diese Logik wirkt bis heute. Hinzu kommen jüngst zwei verschärfende Faktoren: eine Verschränkung mit dem Thema Migration sowie eine Debatte über Antisemitismus, die diesen primär als „Importproblem“ ausmacht.

Koordination
Dr. Hanna Pfeifer
Reem Ahmed
PD Dr. Hendrik Hegemann
Dr. Anne Menzel
Isabelle Stephanblome